Samory Flury

«Nach meiner Ausbildung möchte ich ein Engagement in einer Kompagnie haben, die sowohl modernen als auch klassischen Tanz zeigt. Gerne würde ich in einer Stadt tanzen, die inspirierend ist. Ich möchte in vielen verschiedenen Kompagnien Erfahrungen sammeln und Stücke von vielen verschiedenen Choreografen erlernen.»

Biografie

Meine Ziele

«Nach meiner Ausbildung möchte ich ein Engagement in einer Kompagnie haben, die sowohl modernen als auch klassischen Tanz zeigt. Gerne würde ich in einer Stadt tanzen, die inspirierend ist. Ich möchte in vielen verschiedenen Kompagnien Erfahrungen sammeln und Stücke von vielen verschiedenen Choreografen erlernen.»

Biografie

Samory Flury ist am 27. November 1999 in Zürich geboren. Im Alter von sieben Jahren beginnt er, sportliche Talentförderung zu erhalten: zunächst im Rahmen des Förderprogramms Talent Eye der Stadt Zürich, dann im Rahmen des Anschlussprogramms Talent Zürich.

Parallel zu den letzten Jahren an der Primarschule besucht er die Einführungsklasse der Tanz Akademie Zürich (taZ). 2011, mit elf Jahren, tritt zunächst dem Grundstudium der taZ bei – in Kombination mit der Kunst- und Sportschule Zürich, die er 2015 abschliesst. Seit 2015 absolviert er an der taZ die professionelle Ausbildung zum Bühnentänzer mit Fachrichtung «Klassischer Tanz», die er im Sommer 2019 mit dem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) abschliessen wird.

Auszeichnungen

  • 2017: Studienpreis des Migros-Kulturprozent
  • 2016: Studienpreis des Migros-Kulturprozent

Kontakt

Samory Flury
Fabrikstrasse 7
CH–8005 Zürich

+41 78 874 23 80
samory_flury@gmx.ch

Ohne Wirbel wirbeln

Talent des Monats

1. September 2017, Katharina Nill

Samory Flury will tanzen! Der zweifache Studienpreisträger des Migros-Kulturprozent kann kaum erwarten, mit dem Leben als Profitänzer zu beginnen: auf einem anderen Kontinent leben, ständig auf Tournee sein, abends auftreten, tagsüber reisen, im Hotel und aus dem Koffer leben.

Samory Flury ist das Aufsehen, das um ihn gemacht wird, eher unverständlich. So wirkt es jedenfalls. Der 17-jährige junge Mann hat beim Tanz-Wettbewerb des Migros-Kulturprozent abermals grosse Begabung gezeigt und zum zweiten Mal einen Studienpreis abgeräumt. Im Gespräch am Ufer der Limmat zeichnet sich vor allem eines wieder und wieder ab: «Ich will einfach Bühnentänzer werden!» Und es ist als ob er sagte: ‹Viel mehr gibt es darüber doch eigentlich nicht zu sagen!?›

Dabei ist durchaus bemerkenswert, dass Flury bereits im Kindergartenalter verkündet, dass er «Hip-Hopper werden» will. «Damit meinte ich natürlich Tanz», sagt er mit einem Lachen. Damals dauert es auch nicht mehr lange, bis die entsprechenden Chancen um die Ecke biegen. Talent Eye, ein Förderprogramm des Sportamts der Stadt Zürich, filtert aus allen Zürcher Erstklässlern die 72 sportmotorisch Talentiertesten heraus und fördert sie während drei Semestern wöchentlich mit zwei polysportiven Trainings – so auch Samory Flury. Nach Abschluss dieses Programms tritt er in das Anschlussprogramm Talent Zürich über, das für Dritt- und Viertklässler ausgerichtet ist.

Geeignete Gene und hartes Training

«Im Rahmen von Talent Eye bin ich auch das erste Mal mit der Tanz Akademie Zürich in Berührung gekommen. Nach einem Schnuppertraining dort kam der Direktor auf meine Mutter zu, um ihr zu sagen, dass sie mich gerne an der Schule aufnehmen würden.» Im Alter von 9 Jahren beginnt Flury an der taZ zu tanzen: Zunächst zwei- bis dreimal die Woche, bis er nach der sechsten Klasse an die Kunst- und Sportschule k&s wechselt und dann sechsmal pro Woche trainiert. Es ist die Grundidee der k&s nur bis um 13 Uhr Schulunterricht zu haben und die Nachmittage dem Training zu widmen.

Wer meint, es habe sich eine neue Welt mit neuen Perspektiven geöffnet, die wie für ihn gemacht ist und jede Menge Gleichgesinnte mitbringt, irrt. Für Samory Flury fühlt sich der Übergang auf die taZ eher selbstverständlich an: «Ich habe mich einfach gerne zur Musik bewegt und habe in der Grundausbildung klassischen Tanz gelernt. Dazu kamen weitere Fächer wie Charaktertanz, Gestaltung, also Improvisation, oder Body Conditioning, wo wir uns gestärkt und gedehnt haben.»

Als Flury in einem Nebensatz erwähnt, dass einer der drei jüngeren Halbgeschwister in der Nachwuchsmannschaft des FCZ spielt, drängt sich die Frage auf, ob es eine familiäre Veranlagung für Extremsport gibt. «Die sportlichen Gene», sagt Flury, «habe ich durchaus vom Vater, der von der afrikanischen Westküste stammt. Ausstrahlung und Bühnenpräsenz könnten auf den Grossvater auf der schweizerischen Familienseite zurückgehen: der war sehr musikalisch und spielte Klavier, Horn und Orgel.»

Fundiertes Studium

Inzwischen steckt Flury längst in seinem Hauptstudium zum «Bühnentänzer» mit Fachrichtung «Klassischer Tanz» an der taZ. Die bilinguale Ausbildung schliesst mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis ab. «Das Studium dauert drei Jahre, wobei im dritten Jahr Auditions anstehen», erklärt er. Absolvierende der taZ haben schon weltweit Engagements in Top-Kompagnien gefunden wie dem Ballett Zürich, dem Bayerischen Staatsballett München, dem Stuttgarter oder Hamburger Ballett, dem Netherlands Dance Theater oder dem American Ballet Theater New York.

Bühnenerfahrung gewinnen die Tänzerinnen und Tänzer in den zweimal jährlich stattfindenden Vorstellungen «Ballettwerkstatt» und «Fussspuren». In ihren Theoriefächern werden sie auf ihr Leben als Profitänzer vorbereitet: «Neben Musikgeschichte, Tanzgeschichte, Allgemeinbildung und Englisch lernen wir in Berufskunde, wie man seinen Lebenslauf schreibt, sich für Auditions anmeldet oder sein Portfolio pflegt. Das ist eine gute Vorbereitung.»

Halbes Jahr Zwangspause

Während für seine acht Kommilitonen und zehn Kommilitoninnen im anstehenden Jahr die Auditions dran sind, ist es für Samory Flury noch nicht ganz so weit. Eine verbreitete Verletzung unter Tänzern, Läufern und Triathleten hat ihn ereilt und ihn jüngst für ein halbes Jahr zur Ruhe gezwungen. «Beim ‹Shin Splint› bzw. dem Schienbeinkantensyndrom verspannt sich der Muskel derart, dass er die Knochenhaut wegzieht. «Bei mir hat dies zu einer Stressreaktion des Schienbeins geführt. Die Symptome heilen nur langsam und mit viel Geduld und so habe ich im vergangenen Winter auf Empfehlung der Direktion und meiner Lehrer eine Tanzpause eingelegt und wiederhole das zweite Studienjahr.»

Segen oder Fluch? Flury sieht das pragmatisch: «Es war klar, dass ich wieder auf die Beine komme. Und ich freue mich auf den Einfluss eines neuen Lehrers.» Der individuelle Tanzstil der Profitänzer, erklärt Flury, ist massgeblich vom jeweiligen Lehrer geprägt, bei dem man Unterricht erhält. «Je mehr Lehrer man hat, desto breiter ist das Stil-Repertoire. Im klassischen Tanz bin ich stark von Ivan Dinev geprägt. Als nächstes werde ich von Akos Sebestyen unterrichtet, den ich schon einmal im Grundstudium hatte.»

Zukunftsmusik

Was seinen Berufseinstieg betrifft, lässt er vieles offen. «Ich bin da nicht so fixiert. Ich weiss nur, dass ich gerne bei einer internationalen Kompagnie tanzen möchte, die klassischen und modernen Tanz im Repertoire hat. Eine Mischung aus 50:50 wäre schön!» Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass Flury schon bald auf einem anderen Kontinent lebt, ständig auf Tournee ist, abends auftritt, tagsüber reist, im Hotel und aus dem Koffer lebt. «Es ist okay, die Heimat zu verlassen. Ich bin froh, wenn ich jetzt bald einmal loslegen kann! Tanzen ist mein Traum und da gehören Opfer dazu.»

Zu seinen Tanzidolen zählen die Kubaner Osiel Gouneo und Carlos Acosta. «Ich schaue mir deren Videos auf Youtube an und mir gefällt unter anderem, wie sie sich präsentieren, ihr Ausdruck, ihre Sprungkraft.» Dass Tänzerkarrieren vergleichsweise früh enden, bereitet ihm keine Sorge. «Man sagt, dass es mit 35 Jahren vorbei ist … Doch man kann dennoch beim Tanz bleiben, beispielsweise als Lehrer oder Choreograf.»

Liegt ihm das Choreografieren? Flurys Antwort kommt ohne Zögern: «Als Tänzer muss man auch choreografieren können! Es macht mir Spass – es muss einem Spass machen! Auch für den Tanz-Wettbewerb des Migros-Kulturprozent habe ich zweimal neue Choreografien auf die Beine stellen müssen …» Flury, wie er sagt, «fängt einfach mal an». «Ich choreografiere gerne erst ohne Musik und passe die Tanzschritte dann erst in einem zweiten Schritt an die Musik an.»

Wettbewerb des Migros-Kulturprozent

In der taZ ist er über einen Aushang über die Möglichkeit zur Teilnahme am Wettbewerb des Migros-Kulturprozent aufmerksam geworden. «Das war 2016 und meine erste Wettbewerbssituation. Ich bin das damals nicht wie einen Wettbewerb, sondern wie eine bereichernde Erfahrung angegangen. Ich habe mir gesagt: ‹Es wäre schön, wenn ich gewinne, aber ich muss nicht gewinnen. Jetzt bin natürlich froh, dass ich gleich zweimal gewonnen habe!»

Die Studienpreisträger werden mit 14´400 Franken pro Jahr unterstützt. Was hat Samory Flury damit vor? «Auditions sind mit Reisen verbunden – daran teilzunehmen, ist nicht gerade billig. So spare ich mein Geld für das letzte Jahr und leiste mir zudem den einen oder anderen Intensiv-Workshop.»

Von einem solchen ist Flury soeben aus Prag zurückgekehrt, ein weiterer steht Ende der Ferien in Dortmund an. Für die zwei Wochen dazwischen gönnt sich Flury Ferien: Baden gehen, gemässigte Bewegung, keine Überbeanspruchung. Der Alltag ist hart genug – da wird selbst der Feierabend nach einem harten Trainingstag zum Programm: mit Massage, Dehnen und Faszienstimulation mittels der Blackroll. Doch das klingt natürlich nur zwischen den Zeilen durch.


Samory Flury auf der Talentplattform des Migros-Kulturprozent

Auftritte

  • 2017: Fussspuren, Opernhaus Zürich
  • 2016: Tanzwerkstatt, Theater der Künste Zürich
  • 2016: Fussspuren, Opernhaus Zürich
  • 2015: Tanzwerkstatt, Theater der Künste Zürich

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