JAHRES­PROGRAMM 2017

Wir freuen uns, Ihnen unser Jahresprogramm 2017 zu präsentieren. Im Jahr 2017 zeigt das Migros Museum für Gegenwartskunst Einzelausstellungen von Liz Magor, Maja Bajevic und Jimmie Durham sowie die Gruppenausstellung «Extra Bodies – The Use of the ‹Other Body› in Contemporary Art». Das Ausstellungsformat «Collection on Display» präsentiert ausgewählte Werke aus der Sammlung des Migros Museum für Gegenwartskunst – dieses Jahr als dreiteilige thematische Reihe unter dem Titel «Communities, Rules and Rituals».

Liz Magor: you you you

18. Februar–7. Mai 2017
Eröffnung: Freitag, 17. Februar 2017

Maja Bajevic

20. Mai–13. August 2017
Eröffnung: Freitag, 19. Mai 2017

Jimmie Durham

26. August–5. November 2017
Eröffnung: Freitag, 25. August 2017

Extra Bodies – The Use of the «Other Body» in Contemporary Art

18. November 2017–4. Februar 2018
Eröffnung: Freitag, 17. November 2017

Collection on Display: Communities, Rules and Rituals

Communities

18. Februar–7. Mai 2017
Eröffnung: Freitag, 17. Februar 2017

Rules
20. Mai–13. August 2017
Eröffnung: Freitag, 19. Mai 2017

Rituals
26. August–5. November 2017
Eröffnung: Freitag, 25. August 2017


Liz Magor: you you you

18. Februar–7. Mai 2017
Eröffnung: Freitag, 17. Februar 2017


Die Künstlerin Liz Magor (*1948 in Winnipeg, Manitoba) zählt nicht nur in ihrem Heimatland Kanada zu den einflussreichen zeitgenössischen Bildhauerinnern – ihre Arbeiten, die sie seit den 1970er Jahren entwickelt, dienen heute einer ganzen Generation jüngerer Kunstschaffender als Referenz. Im Zentrum ihres Schaffens steht die Produktions- und Wertekultur und die damit verknüpfte ambivalente Beziehung des Menschen zu Konsumgütern. Die retrospektiv angelegte Ausstellung fokussiert auf Skulpturen und Installationen, welche die Künstlerin in den letzten drei Jahrzehnten in ihrem Atelier in Vancouver schuf. Die allegorischen Bildwelten aus gefundenen Alltagsobjekten hinterfragen die idealisierten Naturvorstellungen der modernen Kulturgesellschaft und dringen in die Innenwelten von Begehren und Sucht. Kunsthistorisch betrachtet, ist Magors Position aufgrund ihrer jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit der materiellen Dingwelt und deren stofflicher Resonanz äusserst eigenwillig. Die akribisch gefertigten, sockellosen Skulpturen besitzen in ihrer Materialität eine emotionale Wirkungskraft. Im Licht des «material turn», der die jüngere Kunstproduktion sowie die Geistes- und Kulturwissenschaften in den letzten Jahren erfasste, erscheint Magors Werk heute aktueller denn je. Das Migros Museum für Gegenwartskunst zeigt die erste umfassende Ausstellung von Liz Magors OEuvre in der Schweiz.

Die Ausstellung im Migros Museum für Gegenwartskunst wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Kunstverein in Hamburg konzipiert sowie in Partnerschaft mit dem Musée d’art contemporain de Montréal und Nigel Prince (Vancouver Contemporary Art Gallery) durchgeführt.

Liz Magor lebt und arbeitet in Vancouver. Ihre Arbeiten wurden international in verschiedenen Einzelausstellungen gezeigt, u. a. in: Musée d’art contemporain de Montréal (2016); Centre d’art contemporain d’Ivry – le Crédac, Paris (2016); Art Gallery of Ontario (2015); Peep-Hole, Mailand (2015); Presentation House Gallery, Vancouver (2014); Henry Art Gallery, Seattle (2008); The Power Plant, Toronto (2003). Liz Magor repräsentierte Kanada an der Venedig-Biennale (1984) und nahm an der Documenta 8 in Kassel (1987) sowie an der Sydney-Biennale (1982) teil.

Die Ausstellung wird kuratiert von Heike Munder (Leiterin Migros Museum für Gegenwartskunst). Zur Ausstellung erscheint in Zusammenarbeit mit dem Musée d’art de Montréal und dem Kunstverein in Hamburg bei JRP|Ringier eine monografische Publikation mit Beiträgen von Dan Adler, Lesley Johnstone, Liz Magor, Heike Munder, Bettina Steinbrügge, Ian Carr-Harris, Géraldine Gourbe, Trevor Mahovsky, Isabelle Pauwels, Chris Sharp und Corin Sworn.

Maja Bajevic

20. Mai–13. August 2017
Eröffnung: Freitag, 19. Mai 2017


In einer grossen Übersichtsausstellung zeigt das Migros Museum für Gegenwartskunst das Werk der französisch-bosnischen Künstlerin Maja Bajevic (*1967 in Sarajevo, Bosnien-Herzegowina). Der Fokus der Ausstellung liegt auf dem Schaffen der letzten zehn Jahre, das durch Neuproduktionen erweitert wird. Seit Mitte der 1990er Jahre arbeitet Bajevic an den unterschiedlichsten Fragestellungen, die um Globalisierung, In- und Exklusion, Ausbeutung, Neoliberalismus und deren Wechselwirkungen kreisen. Bajevic stellt dabei auch immer wieder die Frage nach der eigenen Identität und Heimat und wie sich diese konstituiert bzw. eine solche «verunmöglicht» wird. Die Präsentation im Migros Museum für Gegenwartskunst verdeutlicht Bajevics kontinuierliche Arbeit an Themen wie der Missbrauch von Macht und Religion, Migration und Marginalisierung des Fremden sowie die Spannung zwischen lokal und global und setzt ihr Werk in die Tradition einer Kunst, die eine soziale, aufklärende Funktion übernimmt und auf eine Veränderung des vorherrschenden Bewusstseins setzt.

Maja Bajevic lebt und arbeitet in Paris und Sarajevo. Ihr OEuvre war in jüngster Zeit in mehreren Einzelausstellungen in europäischen Institutionen zu sehen: Daad Galerie, Berlin (2012); Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid (2011); Kunsthaus Glarus (2009); National Gallery of Bosnia & Herzegovina, Sarajewo (2006). Parallel dazu war Bajevic in Gruppenausstellungen in «All the World’s Futures», 56. Venedig-Biennale (2015); 4. Internationale Canakkale-Biennale, Türkei (2014); The National Museum of Art, Oslo (2014); 4. Thessaloniki-Biennale, Griechenland (2013); Art Beijing, China (2012); Museum of Contemporary Canadian Art, Toronto (2011); Royal Academy of Arts, London (2010); Zacheta National Gallery of Art, Warschau (2010), vertreten. Die Ausstellung wird kuratiert von Raphael Gygax (Kurator, Migros Museum für Gegenwartskunst). Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Publikation bei JRP|Ringier mit Beiträgen von Barbara Biedermann, Manuel Borja-Villel, Boris Buden und Roger M. Buergel sowie Raphael Gygax.

Jimmie Durham

26. August–5. November 2017
Eröffnung: Freitag, 25. August 2017


Im Zentrum des Schaffens von Jimmie Durham (*1940 in Washington, Arkansas) steht die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Themen, aber auch die Frage der Repräsentation von zivilisatorischen Werten und Geschichtlichkeit sowie gesellschaftlicher Identität. Seine Installationen und Skulpturen reflektieren den Status des Objekts zwischen zivilisatorischem Fetisch und Kunstwerk und sind Metaphern für das mitunter komplexe und problematische Aufeinandertreffen von Mensch, Technik und Natur aus verschiedenen kulturellen Perspektiven. Internationale Bekanntheit erlangte Durham in den 1980er Jahren mit seinen Skulpturen aus Materialien wie Holz, Stein sowie Tierknochen und -schädel, mit denen er immer wieder das Einfliessen von indianischen Elementen in die zeitgenössische Kunst thematisierte und damit normierte Bildsprachen und Diskurse aufbrach. Für die Ausstellung im Migros Museum für Gegenwartskunst wird Durham, bezugnehmend auf diese früheren Arbeiten, eine raumfüllende Installation realisieren, die sich in ihrer Materialität mit Durhams Wahlheimat Europa auseinandersetzt. Basierend auf den Schädeln der grössten europäischen Tierrassen, werden die abstrakten, lebensgrossen Skulpturen die binäre Rhetorik von künstlich/natürlich, Vergangenheit/Gegenwart und nicht zuletzt die eurozentristische Norm der Unterscheidung von Kunst und Kunsthandwerk herausfordern. Durham gilt als einer der wichtigsten «Künstler-Künstler»; er hat eine Generation jüngerer Künstler massgeblich beeinflusst.

Jimmie Durham lebt und arbeitet in Berlin und Neapel. Er ist Künstler, Dichter, Essayist und politischer Aktivist. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen internationalen Ausstellungen präsentiert, zuletzt u. a.: Armand Hammer Museum of Art, Los Angeles (2017); Whitney Museum of American Art, New York (2014, 2003, 1993); Venedig-Biennale (2015, 2005, 2003, 2001, 1999); Museo Madre, Neapel (2013, 2008); MuHKA – Museum of Contemporary Art, Antwerpen (2012); Swiss Institute, New York (2012); Documenta, Kassel (2012, 1992); 29. São-Paulo-Biennale (2010); Centre Pompidou, Paris (2010); Kunsthalle Bern (2010); Musée d'Art moderne de la Ville de Paris (2009); Museum Ludwig, Köln (2006).

Die Ausstellung wird kuratiert von Heike Munder (Leiterin, Migros Museum für Gegenwartskunst). Zur Ausstellung erscheint in Zusammenarbeit mit dem Künstler eine monografische Publikation bei JRP|Ringier.

Extra Bodies – The Use of the «Other Body» in Contemporary Art

18. November 2017–4. Februar 2018
Eröffnung: Freitag, 17. November 2017


Die Ausstellung wird kuratiert von Raphael Gygax. Im Rahmen der Ausstellung erscheint die Publikation «Extra Bodies – Über den Einsatz des ‹anderen Körpers› in der zeitgenössischen Kunst» bei JRP/Ringier in deutscher Sprache.

Collection on Display: Communities, Rules and Rituals

Communities
18. Februar–7. Mai 2017
Eröffnung: Freitag, 17. Februar 2017

Rules
20. Mai–13. August 2017
Eröffnung: Freitag, 19. Mai 2017

Rituals
26. August–5. November 2017
Eröffnung: Freitag, 25. August 2017


Das Ausstellungsformat «Collection on Display» präsentiert ausgewählte Werke aus der Sammlung des Migros Museum für Gegenwartskunst – dieses Jahr als dreiteilige thematische Reihe unter dem Titel «Communities, Rules and Rituals».

Die erste Ausstellung des Zyklus «Communities, Rules and Rituals» stellt künstlerische Positionen ins Zentrum, die sich mit Gemeinschaften auseinandersetzen: sozialen Gruppen, die nicht nur zweckorientiert sind, sondern sich über gemeinsame Ansichten, Werte und eine innere Verbundenheit definieren. So unterschiedlich diese Gruppierungen auch sein mögen, ihr kleinster gemeinsamer Nenner ist die deutliche Trennlinie, die sie zwischen sich und «den anderen» ziehen. Die beiden folgenden Ausstellungen konzentrieren sich auf Werke, die sich mit Regeln oder Ritualen beschäftigen – zwei Faktoren, die für das Funktionieren und den Erhalt von Gemeinschaften grundlegend sind. Regeln (man könnte auch von «sozialen Normen» sprechen) geben das Verhalten des Individuums innerhalb einer sozialen Gruppe vor und ermöglichen es, mit anderen Menschen zusammenzuleben. Sie schränken die individuellen Verhaltensmöglichkeiten ein, reduzieren aber auch die Komplexität des sozialen Miteinander, was wiederum für «Sicherheit » und Orientierung sorgt. Desgleichen haben Rituale eine stabilisierende Wirkung auf soziale Systeme. Sie setzen sich symbolisch mit den Grundfragen der menschlichen Existenz auseinander, schaffen Sinn und Ordnung und fördern das für die Gemeinschaft so zentrale «Wir-Gefühl». Die Ausstellungsreihe «Communities, Rules and Rituals» vereint bereits bekannte Arbeiten aus der Sammlung mit bisher wenig gezeigten Werken und Neuzugängen, die hier zum ersten Mal vorgestellt werden.

«Collection on Display» wird von Nadia Schneider Willen (Sammlungskonservatorin, Migros Museum für Gegenwartskunst) kuratiert.

Presse:

Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an René Müller, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: rene.mueller@mgb.ch T +41 44 277 27 27

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Medienmitteilung vom 10.11.2016 – JAHRESPROGRAMM 2017


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